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Donnerstag, 04. Feb. 2010

Milliardengrab Staatsbetriebe (Kommentar)

 
Einem privaten Kleinbetrieb wird oft schon für ein paar Lei, (die er versäumt, rechtzeitig abzugeben; oder gar nicht hat) mit dem Zwangsvollstrecker gedroht, der Großschuldner darf weiter walten - fast schon nach Gutdünken. Nicht von ungefähr der Witz, in dem der Bürger, der paar Lei an seine Bank nicht zurückzahlen kann, sein Hab und Gut verliert, der mit einer Million Verschuldete, vom Bänker höchstpersönlich mit Zigarre und Kaffee erwartet wird und der Milliarden-Schuldner wird seiner Last vom Staatschef höchstpersönlich enthoben.

So ähnlich auch in der rumänischen Volkswirtschaft, wo zehn hoch subventionierte Staatsbetriebe Sozialabgaben in Höhe von fünf Milliarden Lei (1,3 Milliarden Euro) nicht beglichen haben. Das sind ein Prozent des BIP. Absolute Spitze ist der Steinkohlebetrieb Petrosani, der mit 3,77 Milliarden Lei in der Kreide steht. Es folgen die verschiedenen Sparten der Eisenbahngesellschaft CFR.

Summen dieser Größenordnung veranlassen schon, darüber nachzudenken, wie viele der 15.000 auf der Kippe stehenden Lehrerstellen mit solchen Summen erhalten bleiben könnten, oder wie viel Verbandzeug für die Krankenhäuser aus dieser Summe gekauft werden könnten. Dass die soziale Komponente mitspielt, darf hier nicht gelten, denn auch die entlassenen Lehrer könnten zu Sozialfällen werden, eher noch, als viele der Arbeitnehmer aus den maroden Milliardengäbern. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass langjährige Hilfslehrer ab Herbst hohe Abfindungen erhalten werden, weil sie in den letzten Jahrzehnten aufs Dorf pendelten und da einen Job taten, der mit wenig Geld und reichlich Ärger verbunden war. Und nicht zu vergessen: Die Schulden der Staatsbetriebe werden auch in Zukunft prozentuell gesehen kaum geringer; wohl aber die Leistung - mit fortsetzendem Stellenabbau - dürftiger.
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