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Freitag, 18. Okt. 2013

Niederungen: Herta-Müller-Stück in Karlsruhe

 
Das Deutsche Staatstheater Temeswar (DSTT) gastiert im Rahmen des Projektes "Neues Theater aus Rumänien" mit der Aufführung "Niederungen" von Herta Müller, am Samstag, den 19. Oktober 2013, um 19.30 Uhr im "Kleinen Haus" des Badischen Staatstheaters Karlsruhe.

Innerhalb des Projektes "Neues Theater aus Rumänien", das im Zeitraum vom 18.- 20. Oktober 2013 vom Rumänischen Kulturinstitut Berlin in Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater Karlsruhe und dem DSTT organisiert wird, werden am selben Wochenende zwei weitere Produktionen aus dem rumänischen Raum dargeboten: die szenische Lesung "Familie offline" von Mihaela Michailov und die Aufführung "Am falschen Ort" von David Schwartz und Alice Monica Marinescu in der Regie von Manuel Braun.

Die Inszenierung "Niederungen" entstand unter der Spielleitung von Niky Wolcz, die Bühne entwarf Helmut Stürmer, Fehérvári Zsolt die Kostüme. Die eigens zu dieser Produktion gedrehten Filmsequenzen, welche die Aura der Entstehungszeit des Werkes filmisch zu rekonstruieren versuchen, wurden von Filmregisseur Bogdan George Apetri koordiniert. Zu diesem Zweck wurde in Nitzkydorf, dem Heimatdorf der Autorin, in anderen banatdeutschen Gemeinden sowie auch in Temeswar gedreht. Die Bühnenfassung entwickelten Niky Wolcz, Valerie Seufert und Ulla Wolcz.

"Niederungen" ist ein Band mit Erzählungen der Schriftstellerin Herta Müller, die 2009 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Darin verarbeitet sie ihre Erinnerungen an die Kindheit in einem banatschwäbischen Dorf. Später verlor die Autorin ihre Anstellung in einer Temeswarer Fabrik, als sie sich weigerte, für die Securitate zu arbeiten. Sie war als vehemente Gegnerin des Regimes zahlreichen Repressalien ausgesetzt. 1987 reiste sie in die Bundesrepublik aus. Bis heute sind ihre Erlebnisse als Kind im Kontext einer banatschwäbischen Gemeinschaft und als junge Frau im kommunistischen Rumänien zentrale Themen ihres schriftstellerischen Schaffens. Das Deutsche Staatstheater präsentiert die erste Bühnenadaption des rumänienbezogenen Werkes.
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