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Sonntag, 21. Jul. 2013

Leviten statt Messe gelesen (Die Glosse am Sonntag)

 
Die Massifizierung des Unterrichts in Hochschulen und Lyzeen hat zu einem nie dagewesenen Verfall der rumänischen Bildung beigetragen. Nicht zuletzt ist das Lehrwesen überhaupt nicht an die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt angepasst. Die Gründung sogenannter Pseudo-Universitäten und die Auflösung der Berufsschulen vor drei Jahren (Anm.d.Red.: Seit vergangenem Jahr werden in kleinen Schritten erneut Berufsschulen gegründet.) haben den Niedergang des rumänischen Unterrichts beschleunigt.

Die angesprochene Massifizierung hat keine zusätzlichen Ausgaben für den Bildungssektor bewirkt: weder aus öffentlichen, noch aus privaten Geldern. Im Gegenteil. Die Ausgaben für Bildung liegen seit Jahren bei vier Prozent, wobei Rumänien in dieser Hinsicht den letzten Platz in der Europäischen Union einnimmt.

Nicht zuletzt sei auf einen Aspekt hingewiesen, der zwar allzu gut bekannt ist, doch von den rumänischen Behörden nie einer Sanktion unterzogen wurde. Gebührenpflichtige Studienplätze kosten in Rumänien derzeit durchschnittliche 400 Euro pro Jahr. Zieht man in betracht, dass einem Studenten pro Jahr mindestens 600 Unterrichtsstunden zustehen, ergibt eine einfache Rechung, dass ein Student seine Bildung mit 67 Euro-Cent/Stunde finanziert. Wenn eine Vorlesungs- bzw. Seminarstunde für einen Studenten billiger ist, als eine Tasse Kaffee, ist nur eine Bildung von schlechter Qualität möglich. Eine Bildung, bei der Lehrer ihre Vorträge und Prüfungen mimen und Studenten nur so tun, als würden sie lernen.

Gastbeitrag vom Wirtschaftsexperten Nicolae Taran
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