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Donnerstag, 21. Mär. 2013

Mikrounternehmenssteuer -kleine Änderungen mit großen Auswirkungen

 
Das Steuergesetzbuch enthält wenige Bestimmungen zur Mikrounternehmensteuer. Im Laufe der Zeit wurden diese mehrmaligen Änderungen unterzogen - sowohl aufgrund der EU-Grundsätze zur Gewährung von Beihilfen als auch wegen der oft missbräuchlichen Anwendung durch die Unternehmer. Die neue Regierung hat nun Änderungen mit erheblicher Bedeutung für die Praxis durchgeführt. Insbesondere wird die Mikrounternehmensteuer keinen optionalen Charakter mehr haben, sondern bei Erfüllung bestimmter Kriterien verpflichtend sein.

Kriterien für die Einstufung als Mikrounternehmen

Nach der aktuellen Fassung des Steuergesetzbuches gilt eine rumänische juristische Person, die zum 31.12. des vorherigen Geschäftsjahres folgende Kriterien erfüllte, als Mikrounternehmen:
- sie erzielte Einkünfte aus Geschäftstätigkeiten außerhalb der folgenden Bereiche: Bankwesen, Versicherungen und Rückversicherungen, Kapitalmarkt (mit Ausnahme von Vermittlungstätigkeiten in diesem Bereich),
Glücksspiele, Beratung und Management.
- die von ihr erzielten Einkünfte unterschritten den Gegenwert von 65.000 EUR;
- ihr Stammkapital wird nicht mehrheitlich vom Staat oder von öffentlichen Behörden gehalten.
Erfüllt ein Unternehmen diese Kriterien, muss es nunmehr die Mikrounternehmensteuer zahlen. Neu gegründete Unternehmen unterliegen der Mikrounternehmensteuer im ersten Geschäftsjahr, sofern bei ihrer Eintragung im Handelsregister die Bedingung unter Punkt 3 erfüllt ist.
Bereits gegründete Unternehmen, die bislang Körperschaftssteuer bezahlten und die o. g. Kriterien zum 31.12.2012 erfüllten, unterliegen beginnend mit dem 01.02.2013 der Mikrounternehmensteuer.

Auswirkungen

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dies, dass sie anstelle der Körperschaftssteuer (impozit pe profit), die mit 16 Prozent auf den steuerpflichtigen Gewinn bemessen wird, die sog. Mikrounternehmensteuer zahlen. Diese beträgt 3 Prozent auf die vereinnahmten Einkünfte, ohne Berücksichtigung etwaiger Aufwendungen. Dies betrifft grundsätzlich Einnahmen aus jedweder Quelle (einige wenige Ausnahmen hiervon werden ausdrücklich erwähnt). Somit ist die Mikrounternehmensteuer auch dann zu zahlen, wenn die Gesellschaft Verluste erzielt.

Formalien für die betroffenen Unternehmen
Unternehmen, die bisher Körperschaftssteuer zahlten und nach den o.g. Regelungen ab dem 01.02. stattdessen Mikrounternehmensteuer schulden, müssen für den Januar die Körperschaftssteuer und ab Februar die Mikrounternehmensteuer erklären und zahlen. Ferner müssen sie dem Finanzamt bis zum 25.03.2013 sowohl die Änderung des Besteuerungssystems mitteilen als auch die Körperschaftssteuermeldung für den im Januar erzielten Gewinn einreichen.
Die Frist für die Erklärung und Zahlung der Mikrounternehmensteuer endet generell am 25. des Monats, das dem Quartal, wofür die Mikrounternehmensteuer ermittelt wird, folgt.

Änderungen

Erfüllt ein Unternehmen innerhalb eines Steuerjahres eine der oben unter Punkt 1 oder 3 erwähnten Bedingungen nicht mehr, unterliegt es grds. erst ab dem nächsten Steuerjahr nicht mehr der Mikrounternehmensteuer.
Unternehmen, die im Laufe des Steuerjahres den Schwellenwert von 65.000 EUR überschreiten, bezahlen aber immerhin Körperschaftssteuer, von 16 Prozent mit Berücksichtigung der von Beginn des Geschäftsjahres erzielten Einkünfte und Aufwendungen. In solchen Fällen erfolgen Erklärung und Zahlung der Körperschaftssteuer ab dem Quartal, in dem der Schwellenwert überschritten wurde. Die zu zahlende Körperschaftssteuer entspricht dabei der Differenz zwischen der berechneten Körperschaftssteuer ab Beginn des Geschäftsjahres und der bereits entrichteten Mikrounternehmensteuer.

Fazit

Wie fast jede praxisrelevante Änderung birgt auch diese erhebliche Anfangs- und Umsetzungsschwierigkeiten. Wichtige Fragen, zum Beispiel diejenige, wie der Monat Januar bei der abschließenden Meldung der Körperschafts-/Mikrounternehmensteuer für das Jahr 2013 steuerlich gehandhabt wird, müssen zeitnah durch weitere Rechtsnormen geklärt werden.
Viel wichtiger erscheint jedoch die wirtschaftliche Auswirkung der Änderungen. Die betroffenen Kleinunternehmer werden die Möglichkeit verlieren, ihre Aufwendungen steuerlich abzusetzen, was einige von ihnen hart treffen wird. Dies zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: Kauft ein Kleinunternehmer für 1.000 Lei Ware und verkauft er sie für 1.100 Lei, schuldete er bislang 16 Lei Körperschaftssteuer. Wird er nun als Mikrounternehmen betrachtet, steigt seine Steuerschuld auf 33 RON.
Ursprünglich sollten die Regeln zu Mikrounternehmen Kleinunternehmer durch Gewährung steuerlicher Vergünstigungen fördern. Die neuen Regelungen ändern diesen Zweck radikal und sichern nun eine zusätzliche Einnahmequelle für den Staatshaushalt.

Ein Beitrag von Adina Zdru, Tax Advisory Services

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