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Donnerstag, 02. Aug. 2012

Neue Vorschriften bezüglich der Absetzbarkeit von Kfz- Kosten

 
Die steuerliche Behandlung von Anschaffung und Nutzung von Fahrzeugen durch Wirtschaftsteilnehmer ist manchmal kompliziert. Nachfolgend wird die Abzugsfähigkeit von Ausgaben aus körperschafts- und umsatzsteuerlicher Sicht dargestellt.

Grundsätze

Körperschaftssteuerlich sind nur jene Kosten absetzbar, die der Erzielung steuerbarer Einkünfte dienen. Zudem muss jedem Geschäft ein inhaltlich richtiges Nachweisdokument (rum: document justificativ) zugrunde liegen, woraus der Eingang in das Gesellschaftsvermögen oder die Leistungserbringung hervorgehen.

Aus Sicht der Umsatzsteuer darf der Vorsteuerabzug grundsätzlich nur aufgrund einer an den Steuerpflichtigen ausgestellten und inhaltlich richtigen Originalrechnung erfolgen. Hiervon gibt es wenige Ausnahmen, z.B. im Zusammenhang mit Treibstoffkosten. In gewissen Fällen bedarf ein Vorsteuerabzug zusätzlicher Bedingungen (gültige USt.ID.Nr. des Geschäftspartners, Transportnachweis o.ä).

Anschaffungskosten

Fahrzeuge werden buchhalterisch als Sachanlagen angesehen. Daher werden deren Anschaffungskosten nicht vollumfänglich beim Erwerb, sondern durch monatliche Abschreibungen während der Nutzungsdauer abgesetzt.

Bei Leasinggeschäften ist zwischen Finanzierungs- und operationellem Leasing zu unterscheiden. Im ersten Fall gilt steuerlich der Leasingnehmer als Eigentümer, im zweiten Fall der Leasinggeber. Daher kann der Leasingnehmer bei einem Finanzierungsleasing außer der Abschreibung auch die Leasingzinsen absetzen. Bei operationellem Leasing ist beim Leasingnehmer keine Abschreibung vorzunehmen, dafür allerdings die gesamte Leasingrate absetzbar, da operationelles Leasing buchhalterisch und steuerlich als Mietgeschäft angesehen wird.

Nachträglich anfallende Kosten

Bezüglich der Aufwendungen im Zusammenhang mit Betrieb, Instandhaltung und Reparatur des Fahrzeugs werden zum 01.07.2012 folgende Änderungen des Steuergesetzbuches eintreten:

Nach Art. 21 Abs. 3 lit. t sind Aufwendungen für motorisierte KFZ, die nicht ausschließlich zum Zwecke der Wirtschaftstätigkeit genutzt werden und bestimmte Merkmale aufweisen, bei der Gewinnermittlung zu 50 Prozent absetzbar. Dies betrifft KFZ, deren zulässiges Gesamtgewicht unter 3.500 kg liegt und die nicht mehr als 9 Sitze einschließlich Fahrersitz haben und ausschließlich zur Personenbeförderung auf Straßen dienen.

Ausnahmeregelungen betreffen Fahrzeuge, die

- ausschließlich für Noteinsätze, zu Schutz und Bewachung oder für Kurierdienste,
- von Verkaufs- oder Einkaufspersonal,
- für die entgeltliche Beförderung von Personen, einschließlich Taxitätigkeiten,
- für die Durchführung entgeltlicher Tätigkeiten, einschließlich zur Vermietung oder für die Durchführung von Lehrtätigkeiten im Rahmen von Fahrschulen oder
- als Handelsware

verwendet werden. In solchen Fällen gelten die o. g. Vorschriften zur Limitierung der Absetzbarkeit nicht.

Aufwendungen für den Betrieb, die Instandhaltung und die Reparatur von Fahrzeugen, die von Personen mit Leitungs- und Geschäftsführungsbefugnissen benutzt werden, sind gemäß der obigen Regelung und gemäß Art. 21 Abs. 3 lit. n des Steuergesetzbuches ebenfalls zu einem Anteil von 50 Prozent, jeweils für einziges Fahrzeug pro Person, absetzbar.

Vorsteuer

Für Fahrzeuge mit den oben erwähnten Merkmalen, die nicht ausschließlich zum Zwecke der Wirtschaftstätigkeit benutzt werden, kann ab dem 01.07.2012 die Vorsteuer für deren Erwerb aus dem In- und Ausland, für deren Einfuhr, Anmietung oder Beschaffung durch Leasing sowie die Vorsteuer entsprechend der nachträglichen Aufwendungen zu einem Anteil von 50 Prozent abgesetzt werden. Diese Limitierung gilt nicht für jene Kategorien, die auch im Bereich der Körperschaftssteuer als Ausnahmen angeführt werden.

Ergebnis

Aus körperschaftssteuerlicher Sicht sind die Anschaffungskosten eines Kfz grds. steuerlich absetzbar. Indes unterliegen die Aufwendungen für den Betrieb, die Instandhaltung und die Reparatur für Fahrzeuge, die nicht ausschließlich zum Zwecke der Wirtschaftstätigkeit benutzt werden und die oben beschriebenen Merkmale aufweisen, bei der Gewinnermittlung einer Absetzbarkeitslimitierung von 50 Prozent.

Aus umsatzsteuerlicher Sicht sind die Vorsteuer bei der Beschaffung von "gemischt genutzten Fahrzeugen" der oben beschrieben Art (auch bei Leasinggeschäften) sowie die Vorsteuer für die nachträglichen Aufwendungen zu 50 Prozent absetzbar.

Der Begriff der nachträglichen Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Betrieb, Reparatur und Instandhaltung eines Fahrzeugs entstehen, wurde durch die letzten Änderungen des Steuergesetzbuches nicht definiert. Es ist zu erwarten, dass zeitnah auch die Änderung der Anwendungsbestimmungen zum Steuergesetzbuch und mithin auch notwendigen Klärungen hierzu erfolgen werden.


Ein Beitrag von Adina Zdru, Tax Advisory Services

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