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Montag, 28. Mai. 2012

Neue "duale Berufsbildung von Schülern" - eine Chance für die Wirtschaft

 
Am 7. Februar 2012 wurde in Rumäniens Amtsblatt Nr. 96 die Anordnung Nr. 3168/ 2012 zur Gestaltung der zweijährigen Berufsausbildung (învăţământ profesional) veröffentlicht. Angesichts der wachsenden Anforderungen der Arbeitgeber sowie des Bedarfs an Facharbeitskräften stellt diese Anordnung ihrem Wortlaut nach einen Fortschritt auf dem Weg zur Erfüllung der Arbeitgebererwartungen hinsichtlich der beruflichen Fähigkeiten der Arbeitnehmer dar.

Rahmenbedingungen der zweijährigen Berufsbildung

Die zweijährige Berufsausbildung erfolgt nach der 9. Klasse des Gymnasiums als Bestandteil der Gymnasialausbildung. Der Abschluss der zweijährigen Berufsausbildung wird dem Erwerb von Kenntnissen im Rahmen des Pflichtschulunterrichts gleichgestellt. Daher können die Absolventen dieser Unterrichtsform im Anschluss an die zweijährige Berufsbildung ihre Schulbildung in der 11. Klasse des Gymnasiums fortsetzen.

Die zweijährige Berufsausbildung beinhaltet Folgendes:

- allgemeine Berufsausbildung auf einem Berufsgebiet im ersten Ausbildungsjahr;
- die für eine berufliche Qualifizierung spezifische Berufsausbildung im zweiten Ausbildungsjahr.

Bei Abschluss der zweijährigen Bildung müssen die Schüler ihre berufliche Qualifizierung durch eine Prüfung belegen.

Kooperation mit der Wirtschaft möglich

Kennzeichen und zugleich Vorteile der zweijährigen Berufsbildung bestehen darin, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen (unităţi de învăţământ) und Unternehmen/ öffentlichen Behörden angestrebt wird. Die Bildungseinrichtungen werden hierbei mit den teilnehmenden Unternehmen/ Behörden Rahmenverträge für mindestens 2 Jahre schließen, auf deren Grundlage Praktikumsvereinbarungen zur praktischen Ausbildung der Schüler geschlossen werden.

Gemäß dem Kalender für die Auswahl und Anmeldung der Schüler zur Berufsbildung (Anlage 2 der Anordnung) werden die Bildungsanstalten in den Massenmedien und durch Informationstermine für Unternehmen/ Behörden Aufklärungs- und Informationskampagnen rund um diese Ausbildungsform durchführen. Die Bildungsanstalten werden sich mit den Arbeitgebern über den Bedarf an Ausbildung und über ihre Bereitschaft zum Abschluss von Rahmenverträgen und Praktikumsvereinbarungen zur Durchführung des Schülerpraktikums beraten.

Ein Verzeichnis der Bildungsanstalten, die eine Berufsbildung anbieten, wird jährlich aufgrund der Vorschläge der Bildungsanstalten und der Unternehmen erstellt.

Bewerber für eine zweijährige berufliche Ausbildung

Diese Ausbildungsform steht den folgenden Personen zur Verfügung:

- Schülern der 9. Klasse des Gymnasiums;
- Schülern, die mindestens die 9. Klasse des Gymnasiums beendet haben, ohne eine Berufsausbildung oder das Gymnasium abgeschlossen zu haben;
- Absolventen vorheriger Jahrgänge, die eine allgemeine Gewerbeschule (şcoala de arte şi de meserii) absolviert haben.

Zu den letzten zwei der o. g. Bewerberkategorien gehörende Schüler dürfen zu Beginn des betreffenden Schuljahres das Alter von 18 Jahren noch nicht erreicht haben. An der Auswahl der Bewerber beteiligen sich auch Vertreter der Partnerunternehmen/ der Partnerbehörden beteiligen.

Beteiligung der Partnerunternehmen/ Partnerbehörden

Für jede berufliche Qualifizierung werden durch Anordnung des Ministers für Bildung, Forschung, Jugend und Sport ein Rahmenlehrplan und ein Curriculum genehmigt. Der Rahmenlehrplan hat folgende Verhältnisse zu beachten: 40 Prozent theoretische bzw. 60 Prozent praktische Ausbildung im ersten Schuljahr und 25 Prozent theoretische bzw. 75 Prozent praktische Ausbildung im zweiten Schuljahr.

Praktikumszeiten werden grundsätzlich bei den Partnerunternehmen/ Partnerbehörden absolviert. Unter bestimmten gesetzlich vorgesehenen Bedingungen kann die Praktikumszeit auch in den Bildungsanstalten verbracht werden. Das Praktikum wird auf Grundlage einer individuellen Praktikumsvereinbarung durchgeführt, die zwischen der Bildungsanstalt, dem Partnerunternehmen/ der Partnerbehörde und dem Schüler/ den Eltern des Schülers geschlossen wird. Im Anschluss an die Berufsbildung können die Unternehmen/ die Behörde ein weiteres Praktikum anbieten.

Fazit

Seit geraumer Zeit beklagen sich Unternehmen und Verbraucher über Fachkräftemangel und massive Probleme, was die Qualität von Arbeiten anbetrifft. Eine gezielte Umsetzung der neuen Regelungen kann nicht nur die Anzahl an Fachkräften erhöhen, sondern durch Beteiligung der Unternehmen zugleich erhebliche Qualitätsverbesserungen herbeiführen. Es bleibt zu hoffen, dass die Wirtschaft sich im Rahmen dieser "dualen Ausbildung" engagiert, um den erforderlichen Fortschritt in der Anpassung der Berufsausbildung der Schüler an die aktuellen Anforderungen zu bewirken.

Ein Beitrag von Carmen Caştaliu, Avocat (Rechtsanwältin)

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