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Donnerstag, 24. Mai. 2012

Neubewertungen des Anlagevermögens und deren Ausweis in der Buchhaltung

 
Unternehmen nehmen regelmäßig die Neubewertung des Anlagevermögens vor. Dies ist sowohl aus buchhalterischer als auch aus steuerlicher Sicht erforderlich - bei juristischen Personen ist die Grund- und Gebäudesteuer wesentlich geringer, wenn die betreffende Immobilie neubewertet wurde.

Neubewertungen haben buchhalterische und steuerliche Auswirkungen, da die Neubewertungsdifferenzen entsprechend ausgewiesen, im Laufe der Zeit regelmäßig angepasst und ggf. versteuert werden. Die wichtigsten Regelungen hierzu werden, hier dargestellt.

Buchhalterischer Ausweis von Neubewertungsdifferenzen / Neubewertungsrücklage

Die Rechnungslegungsvorschriften sehen eine Pflicht zur regelmäßigen Neubewertung des Anlagevermögens vor. Die Neubewertung erfolgt stets für alle Elemente einer Kategorie, z.B. für sämtliche Grundstücke. Dabei wird der Anschaffungspreis laut Buchhaltung durch den Wert ersetzt, der aus der Neubewertung hervorgeht. Im Gegenzug werden

- positive Wertdifferenzen in Neubewertungsrücklagen eingestellt und anhand des Kontos 105 (Neubewertungsrücklage) ausgewiesen,
- negative Wertdifferenzen
aus einer bestehenden Neubewertungsrücklage gedeckt oder
als Aufwand ausgewiesen, sofern keine Neubewertungsrücklage besteht.

Ein in die Neubewertungsrücklage eingestellter Überschusswert ist innerhalb der Rücklagen in eine andere Position umzubuchen, sobald dieser Überschuss einen erzielten Gewinn darstellt. Dabei erfolgt eine Umbuchung in das Konto 1065 "Rücklagen aus dem Überschusswert infolge Neubewertung".

Der Gewinn wird grundsätzlich dann erzielt, wenn der betreffende Gegenstand ausgebucht wird (z.B. bei Veräußerung). Trotzdem gilt ein Teil des Gewinns bereits während der Nutzung des Gegenstandes als realisiert: dieser entspricht der Differenz zwischen der Abschreibung aufgrund des neu ermittelten Wertes und derjenigen aufgrund der ursprünglichen Anschaffungskosten. In dieser Höhe ist aus dem Konto 105 in das Konto 1065 umzubuchen.

Die Neubewertungsrücklage muss entsprechend reduziert werden, sofern die darin enthaltenen Beträge für die Anwendung der Bewertungsmethode nicht mehr notwendig sind oder dem Zweck der Rücklage nicht mehr entsprechen. Der Neubewertungsrücklage dürfen aber weder direkt noch indirekt Beträge entnommen werden - es sei denn, der neubewertete Gegenstand wurde verwertet, da in dieser Situation der Überschuss aus der Neubewertung einen wirklich erzielten Gewinn darstellt.

Steuerliche Aspekte bzgl. der Neubewertungsrücklage

Gemäß Art. 22 Abs. 5 des Steuergesetzbuches wird die Minderung oder Annullierung einer Rücklage, die zuvor steuerlich abzugsfähig war, grundsätzlich den steuerbaren Einkünften gleichgestellt. Dies erfolgt ungeachtet des Grundes für die Minderung oder Annullierung. Hiervon ausgenommen sind gemäß Art. 22 Abs. 51 Steuergesetzbuch Rücklagen aus der Neubewertung von Sachanlagen, die bei der Ermittlung des steuerbaren Gewinns versteuert werden (gleichzeitig mit dem Abzug der steuerlichen Abschreibung oder der Aufwendungen für die Ausbuchung der Sachanlagen).

Zusammenfassung, Hinweise

Bei der Neubewertung von Sachanlagen sind die Werterhöhungen auf der Passivseite innerhalb des Eigenkapitals als Neubewertungsrücklage (im Konto 105) auszuweisen. Buchhalterisch ist die Abschreibung zu ändern; steuerrechtlich besteht die Pflicht, einen entsprechenden Teil der Neubewertungsrücklage während der weiteren Abnutzung des Gegenstandes (in das Konto 1065) umzubuchen. Dabei findet einerseits der steuerliche Abzug der erhöhten Abschreibung statt, andererseits wird ein Gewinn in Höhe der Differenz zwischen neuem und altem Abschreibung besteuert.

Dadurch wird der im Konto 1065 ausgewiesene Betrag ein bereits versteuerter Betrag (eine Gewinnrücklage), welcher von der Gesellschaft genutzt werden kann.

An dieser Stelle ist auf eine Unstimmigkeit im Zusammenhang mit der Verwendung der versteuerten Beträge aus dem Konto 1065 hinzuweisen. Diese beruht darauf, dass sich die buchhalterischen Regelungen nicht mit den steuerlichen decken und zu unterschiedlichen Auslegungen führen können. Die Buchhaltungsregelungen sehen ein Verbot der Verwendung der Neubewertungsrücklage bis zur Verwertung der betreffenden Sachanlage vor, ohne allerdings genauer zu erklären, ob dies den versteuerten (Konto 1065) oder den unversteuerten Teil der Rücklage (Konto 105) betrifft. Unseres Erachtens ist damit der unversteuerte Teil (Konto 105) gemeint.

Ein Beitrag von Amalia Baniceru, Steuerberaterin, Wirtschaftsprüferin

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