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Sonntag, 15. Jan. 2012

Leviten statt Messe gelesen. (Die Glosse am Sonntag)

 
Die geplante Privatisierung des rumänischen Gesundheitssystems hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Zunächst nahm Unterstaatssekretär Raed Arafat aus Protest den Hut, dann ordnete Staatschef Traian Basescu an, den Gesetzentwurf zur Privatisierung der Krankenhäuser zurückzuziehen und trotzdem kam es am Samstag zu Protestdemos und Auseinandersetzungen zwischen jenen, die die Entmachtung des Staatschefs forderten und Ordnungshütern.

Bestimmt muss eine Reform her, im rumänischen Gesundheitswesen, aber sicher nicht in der zuletzt vorgeschlagenen Variante. Man stelle sich ein kleines, als GmbH geführtes Krankenhaus vor, in dessen wenige Betten, viele Kranke wollen. In einer Zeit, in der Vetternwirtschaft nach wie vor die Szene beherrscht und andererseits Geld das Sagen hat, werden sich unweigerlich die "Empfohlenen" und Reichen einen Spitalaufenthalt sichern können, während für die weniger Betuchten kein Platz mehr da ist - von ausreichender Versorgung und Betreuung ganz zu schweigen.

Natürlich käme Geld von der Krankenkasse - in Zukunft ebenfalls als private Einrichtung vorgesehen - aber dies würde nie reichen. Genauso wie es heute der Fall ist. Die Zuschüsse von den Kommunen sind im Falle einer Spital-GmbH fraglich und rechtlich schwer zu bewerkstelligen. Also noch weniger Geld. Außer Frage steht jedoch, dass ein Gesellschafter einer GmbH unterm Strich von seinen Kunden (lies: Patienten) auch was verdienen will und das geht nur, wenn es um Zahlungsfähige, wenn nicht gar um Zahlungskräftige geht. Und das bei den vielen Menschen, die in Rumänien an der Armutsgrenze leben.
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