zoro.ro - logo
Rumänien Online Kurier
Aktuelles aus Wirtschaft, Politik und Kultur
 
 
Copyright Impressum Kontakt
 
   
Nachrichten:

Montag, 24. Okt. 2011

Fiskusangestellter beschimpft Chefs in Eigentumserklärung

 
"Ihr Diebe, ich habe kein Geld vom Stehlen so wie ihr". Mit diesen Worten beginnt der Bukarester Gheorghe Constantinescu, Mitarbeiter des Rumänischen Finanzamtes (ANAF), seine Eigentumserklärung. Der Referent der Abteilung Zwangsvollstreckungen wurde vor ein paar Tagen rumänienweit bekannt, nachdem er seine Eigentumserklärung in einem sarkastischen Ton verfasste und darin zahlreiche Anschuldigungen an den Finanzminister Gheorghe Ialomițianu und an den Fiskusleiter Sorin Blejnar richtete.

In seiner Eigentumserklärung machte Constantinescu seinem Frust so richtig Wind. Er kann nämlich nicht verstehen, wieso er als einfacher Beamter gezwungen ist, eine Eigentumserklärung abzugeben. "Ich möchte nicht mit den anderen korrupten Beamten in einen Topf gesteckt werden", sagte Constantinescu den Medien gegenüber.

"Das Grundstück habe ich von dem Geld gekauft, das ich infolge der Arbeit im privaten Sektor gesammelt habe. Sobald ihr zu Staatsangestellten werdet, klaut ihr das Geld vom Staat. Ich wünsche euch, dass ihr wie Ceaușescu endet", schrieb unter anderen Gheorghe Constantinescu in seiner Eigentumserklärung von 2010. Doch auch in der Eigentumserklärung von 2011 fielen schwere Worte: "Mein Einkommen gebe ich für Arztbesuche aus, all meine Schulden an den Staat sind beglichen, in den Läden suche ich die billigsten Lebensmittel. Nach 41 Arbeitsjahren ist mein Gehalt zumindest höher als jenes der Putzfrau. Ich stehe euch zur Verfügung, wenn ihr mein Gesicht, meine Dummheit und meine Ideen kennenlernen wollt. Ich kenne euch!".

Gheorghe Constantinescu besitzt zwei Wohnungen in Bukarest, ein 0,5 Hektar großes Grundstück in Domnești und hatte im Jahr 2010 ein Gesamteinkommen von 42.300 Lei. Seine Frau hat im vergangenen Jahr 5.500 Lei als Begleithilfe eines Behinderten - deren Sohn - einkassiert. Für seine Geste erhielt Gheorghe Constantinescu vorläufig nur eine Mahnung. Der 60-Jährige fürchtet nicht, seinen Job zu verlieren, zumal er sowieso kurz vor der Rente steht.
Druckversion
Nachgefragt:
Deutsche Delegierte: Am Rande eines Festivals notiert...
Nachgefragt zu: Johannis-Wahl
Nachgefragt zu: Arbeitsmarkt braucht Qualifizierte
Nachgefragt zu: Mediziner-Exodus nach Deutschland
mehr aus der Rubrik
Wirtschaft:
Österreichische Wirtschaft: großes Wachstumspotential in Rumänien. Wunsch nach besserer
Mehr Investition, höhere Löhne
2015: Mehr Existenzgründungen
IKEA baut
mehr aus der Rubrik
Auto und Verkehr:
Rumäniens Straßen mit vielen Schrottkisten
Fast 100 km Autobahn
Regierung streicht Umgehungsstraße für Timisoara
PkW-Markt legte zu
mehr aus der Rubrik
Rechtliches:
Verträge und entsprechende Zuschüsse zur Mitarbeiterbindung
Irreführende und vergleichende Werbung
Erneuerbare Energien - Erhalt von Betriebsaufnahmegenehmigungen erschwert
Arbeitsrecht: Gerichte dürfen Disziplinarmaßnahmen ersetzen
mehr aus der Rubrik