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Freitag, 03. Jun. 2011

Neuerungen im Buchhaltungsgesetz

 
Durch die am 22. April 2011 veröffentlichte Dringlichkeitsverordnung 37/2011 (DVO) wird das Buchhaltungsgesetz Nr. 82/1991 novelliert. Nachfolgend werden die wichtigsten Änderungen dargestellt.

Allgemeine Regelungen
Natürliche Personen, die Tätigkeiten ausüben, aus denen Einkünfte hervorgehen, sind verpflichtet, eine einfache Buchhaltung (contabilitate în partidă simplă) zu führen. Hierzu haben sie ein Register der Einnahmen und der Ausgaben (Registrul jurnal de încasări şi plăţi) sowie ein Inventurregister (Registrul inventar) zu führen.
Das Gesetz macht ausdrücklich deutlich, dass in Rumänien eröffnete Nebensitze ausländischer Gesellschaften mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum eine eigene Buchhaltung führen müssen, ohne jedoch verpflichtet zu sein, Jahresabschlüsse für ihre eigene Tätigkeit aufzustellen.

Vereinfachte Buchhaltung für kleine Unternehmen
Für kleine Unternehmen wird künftig die Möglichkeit bestehen, für ein vereinfachtes Buchhaltungssystem zu optieren - ein Mittel zur Kostenreduzierung. Dies betrifft Wirtschaftsteilnehmer, wenn sowohl ihr Nettoumsatz im vergangenen Geschäftsjahr als auch der Wert ihrer Aktiva unterhalb von 35.000 EUR liegen.
Das vereinfachte System sieht einen vereinfachten Kontenrahmen und Jahresabschlüsse, die eine vereinfachte Form von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, vor. Einzelheiten wird eine Anordnung des Finanzministers regeln.

Haftung für die Führung der Buchhaltung
Wirtschaftsteilnehmer, die eine vereinfachte Buchhaltung wählen, können diese auf Vertragsgrundlage natürlichen Personen mit betriebwirtschaftlicher Hochschulausbildung anvertrauen. In diesem Fall haften laut DVO die damit beauftragten natürlichen Personen für die Buchführung.
Bei anderen Wirtschaftsteilnehmern haftet der Geschäftsführer für die Führung der Buchhaltung.

Buchhaltungsregister
Zur Überprüfung der Richtigkeit der Buchungen müssen zumindest zu den folgenden Zeitpunkten Summen- und Saldenlisten (balanţe de verificare) erstellt werden:
- am Ende eines Geschäftsjahres;
- zu den Terminen, zu denen Abschlüsse bzw. Zwischenberichte erstellt werden müssen;
- bei Ablauf jedes Zeitraums, für den der Steuerpflichtige Körperschafts- bzw. Einkommenssteuererklärungen einzureichen hat.
Handelsgesellschaften, die EDV für die Buchhaltung verwenden, sind verpflichtet, die Daten mindestens 10 Jahre auf geeigneten Datenträgern aufzubewahren und den Finanzämtern den Zugang dazu zu verschaffen.

Jahresabschlüsse
Wirtschaftsteilnehmer, die ein vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr wählen, haben jährlich buchhalterische Berichte bei den Finanzämtern einzureichen und diese 30 Tage vor dem Beginn des Geschäftsjahres schriftlich zu benachrichtigen.
Jahresabschlüsse und Zwischenabschlüsse werden wie folgt unterzeichnet:
- für Personen, die eine einfache Buchhaltung führen, von den hiermit beauftragten Personen.
- ansonsten von Finanzdirektor (director economic), Chefbuchhalter (contabilul şef) oder einer sonstigen ermächtigten Person;
- allgemein von jeder zugelassenen Person, die Mitglied der Kammer der Bilanzbuchhalter und Buchprüfer (CECCAR) ist.
Jahres- und die Zwischenabschlüsse müssen zusätzlich vom Geschäftsführer oder der Person, der die Verwaltung des Wirtschaftsteilnehmers obliegt, unterzeichnet werden.
Jahresabschlüsse und, soweit erforderlich, konsolidierte Jahresabschlüsse werden bei den zuständigen Finanzämtern eingereicht.
Juristische Personen ohne Gewinnerzielungsabsicht müssen künftig keine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (politici contabile) und Anhagsangaben (note explicative) mehr einreichen.
In Liquidation befindliche juristische Personen müssen laut Gesetz innerhalb von 90 Tagen nach Abschluss eines jeden Kalenderjahres eine jährliche Berichterstattung beim Finanzamt einreichen. Deren Inhalt wird erst durch Anordnung des Finanzministers festgelegt.

Prüfpflichten, Bußgeldvorschriften
Zu den wichtigsten Änderungen zählt die ausdrückliche Benennung der Pflicht zur Prüfung von Jahresabschlüssen bzw. konsolidierten Jahresabschlüssen. Die Missachtung dieser Pflicht wird mit Bußgeld von 30.000 bis 40.000 Lei sanktioniert. Außerdem wird die Missachtung der Bestimmungen bezüglich der Erstellung und Unterzeichnung der Jahresabschlüsse als eigener Bußgeldtatbestand eingestuft und somit von der Ordnungswidrigkeit der verspäteten Einreichung von Jahresabschlüssen getrennt. Letztere wird je nach Dauer des Verzugs geahndet.

Ein Beitrag von Amalia Băniceru, Chartered Accountant, Auditor

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