zoro.ro - logo
Rumänien Online Kurier
Aktuelles aus Wirtschaft, Politik und Kultur
 
 
Copyright Impressum Kontakt
 
   
Nachrichten:

Freitag, 29. Apr. 2011

Steuerliche Änderungen durch Anwendungsnormen zum Steuergesetzbuch

 
Teil I: Direkte Steuern

Die rumänische Regierung hat sechs Wochen, nachdem sie die entsprechende Gesetzgebung in der Fassung von 2010 erneut geändert hatte, endlich die Anwendungsnormen für das Steuergesetzbuch veröffentlicht.

Der Regierungsbeschluss Nr. 150/2011, veröffentlicht im Amtsblatt 150 vom 1. März 2011, bringt umfangreiche Änderungen und Ergänzungen zu den Anwendungsnormen des Steuerrechts sowie der Dringlichkeitsverordnung Nr. 77/2009 bezüglich der Aufstellung und Nutzung von Glücksspielen. Im Folgenden wird auf einige praxisrelevante Aspekte dieser Änderungen eingegangen. In der vorliegenden Ausgabe beziehen wir uns dabei nur auf die direkten Steuern, da die Änderungen insgesamt sehr umfangreich sind und nicht in einer einzigen Ausgabe dargestellt werden können.

I. Gewinnsteuer
Durch den Regierungsbeschluss wird die Berechnungsweise des steuerpflichtigen Gewinns beziehungsweise der steuerlichen Verluste für 2010 vor dem Hintergrund der am 1. Oktober in Kraft getretenen Maßnahme zur Abschaffung der Mindeststeuer (rum. impozit minim) und der Aufteilung des Geschäftsjahres 2010 in zwei steuerliche Perioden erläutert. Im besagten Amtsblatt wird die Berechnung des Jahresergebnisses durch Beispiele für die Aufteilung der einzelnen Berechnungselemente - Einkünfte, Aufwendungen, Bemessungsgrundlage für Steuerfreibeträge - entsprechend den zwei Steuerperioden erklärt.
Ferner werden die Regelungen zur Deckung der Steuerverluste aufgrund des Geschäftsjahres bzw. der Steuerperiode, auf die sie sich beziehen, geklärt. Verluste vom 1. Januar - 30. September 2010 werden durch Gewinne ausgeglichen, die in den aufeinander folgenden sieben Geschäftsjahren erzielt wurden. Dabei gilt das vierte Quartal 2010 als ein volles Geschäftsjahr. Indes wird bei der Deckung der vor dem 01. Januar 2010 entstandenen Verluste das vollständige Jahr 2010 als ein Geschäftsjahr angesehen.
Eine Regelung tritt auch im Bezug auf Einkünfte und Aufwendungen rumänischer juristischer Personen mit Betriebsstätten im Ausland ein. Bei der Ermittlung des steuerbaren Gewinns des Jahres 2010 werden die im Ausland erzielten Erträge und Aufwendungen in der Körperschaftssteuererklärung des IV. Quartals (1. Oktober bis 31. Dezember) berücksichtigt.

II. Einkommenssteuer
Steuerzahler, die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung durch mehr als fünf Verträge realisieren, fallen hinsichtlich der Ermittlung der steuerpflichtigen Jahreseinkünfte unter die für Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten anwendbaren Regelungen und müssen infolgedessen eine einfache Buchhaltung führen.
Im Falle einer Umorganisierung der selbstständigen Tätigkeiten im Laufe des Geschäftsjahres werden die steuerpflichtigen Einkünfte beziehungsweise die Verluste für jede Periode, in der die jeweilige Tätigkeit ausgeübt wurde, einzeln ermittelt.
Übt ein Steuerzahler zwei oder mehrere Handelstätigkeiten aus, für welche die Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte anhand von Durchschnittssätzen (rum: norme de venit) erfolgt, werden die steuerpflichtigen Einkünfte aus diesen Tätigkeiten durch Zusammenzählen der Durchschnittssätze für jede Tätigkeit berechnet.

III. Besteuerung von Mikrounternehmen
Die Wiedereinführung der steuerlichen Vergünstigungen für Mikrounternehmen (rum. microîntreprinderi) hatte einen hohen Klärungsbedarf zur Folge. So werden die Kriterien für die Klassifizierung als Mikrounternehmen (z.B. realisierte Erträge, Anzahl der Mitarbeiter) sowie der Wechselkurs, der für die Eingliederung im Rahmen des 100.000-Euro-Umsatzlimits maßgeblich ist, klargestellt.
Relevant ist die Tatsache, dass die Wiedereinführung dieser Steuer den Steuerzahlern die Möglichkeit gibt, sich für die Besteuerung mit 3 Prozent der Einkünfte zu entscheiden - sofern sie nicht bereits als Mikrounternehmen besteuert wurden, als diese Steuer noch gültig war.
Geklärt werden auch die Umstände, unter denen rumänische juristische Personen die Mikrounternehmensteuer nicht in Anspruch nehmen dürfen. Es handelt sich um juristische Personen mit Tätigkeiten im Banken- und Versicherungswesen, in den Bereichen Kapitalmärkte, Glücksspiel, Beratung und Management sowie juristische Personen, deren Gesellschafter oder Aktionäre eine juristische Person mit mehr als 250 Mitarbeitern bilden.

IV. Besteuerung der in Rumänien erzielten Einkünfte nichtansässiger Personen
Erwähnenswert ist insbesondere, dass die neuen Anwendungsnormen den Begriff der "Zahlung" eines Einkommens an eine nichtansässige Person nunmehr nicht nur als Transfer von Geldmitteln ansehen, sondern auch als jede andere Form der Schuldenbegleichung, gemäß den Vereinbarungen zwischen den Parteien.

Ein Beitrag von Amalia Băniceru, Chartered Accountant, Auditor

Kontakt und weitere Informationen:

STALFORT Legal. Tax. Audit.
Bukarest - Sibiu - Bistrita - Berlin
Büro Bukarest:
Tel.: +40 - 21 - 301 03 53
Fax: +40 - 21 - 315 78 36
E-Mail: bukarest@stalfort.ro
Web: www.stalfort.ro

Druckversion
Nachgefragt:
Deutsche Delegierte: Am Rande eines Festivals notiert...
Nachgefragt zu: Johannis-Wahl
Nachgefragt zu: Arbeitsmarkt braucht Qualifizierte
Nachgefragt zu: Mediziner-Exodus nach Deutschland
mehr aus der Rubrik
Wirtschaft:
Österreichische Wirtschaft: großes Wachstumspotential in Rumänien. Wunsch nach besserer
Mehr Investition, höhere Löhne
2015: Mehr Existenzgründungen
IKEA baut
mehr aus der Rubrik
Auto und Verkehr:
Rumäniens Straßen mit vielen Schrottkisten
Fast 100 km Autobahn
Regierung streicht Umgehungsstraße für Timisoara
PkW-Markt legte zu
mehr aus der Rubrik
Rechtliches:
Verträge und entsprechende Zuschüsse zur Mitarbeiterbindung
Irreführende und vergleichende Werbung
Erneuerbare Energien - Erhalt von Betriebsaufnahmegenehmigungen erschwert
Arbeitsrecht: Gerichte dürfen Disziplinarmaßnahmen ersetzen
mehr aus der Rubrik