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Dienstag, 29. Mär. 2011

Deutsche Spezialabteilung: Schere angesetzt (Gastkommentar)

 
Eine von zwei Parallel-Klassen an der deutschen Spezialabteilung des Nikolaus-Lenau-Gymnasium in Timisoara wird elf Jahre nach der Gründung gestrichen. Der Abgeordnete Ovidiu Gant, ehemaliger Schulleiter am "Lenau", kommentiert diesen Aspekt wie folgt:

Am 1. September 2000 begann ein neues Schuljahr. Für die Lenauschule war es ein besonderer Tag, da die deutsche Spezialabteilung eingeweiht wurde. Es war ein wichtiger Anlass, weil dadurch das in Bukarest seit Jahren existierende Konzept erweitert wurde. Es folgten elf erfolgreiche Jahre, zahlreiche Absolventen erhielten beide Diplome: deutsches Abitur und rumänisches Bakkalaureat gleichzeitig. Sie studieren inzwischen an den besten deutschen, österreichischen und rumänischen Universitäten. Für die Schule bedeutete dies eine neue Entwicklung insgesamt, eine noch größere Attraktivität, neue Kontakte in Deutschland usw. Dies alles gelang durch den engagierten Einsatz deutscher und rumänischer Lehrkräfte, eine gute Verwaltung durch Schul- und Abteilungsleiter und beste Beziehungen zur Elternschaft, deutsche Wirtschaft und Stadtverwaltung.

Im März 2011 erreicht den Abteilungsleiter eine E-Mail, die besagt, dass ab Herbst die Spezialabteilung nur noch einzügig funktionieren wird. Ein Beamter der ZfA unterzeichnet diese Hiobsbotschaft. Abgesehen von der Unart, dies mitzuteilen, ist der Inhalt absolut lächerlich. Bei der Gründung der Spezialabteilungen hatte man darauf bestanden, dass es nur zweizügige geben kann.

Es ist ganz deutlich, dass es nur eine bürokratische Sparmaßnahme ist, die meiner Ansicht nach gegen die Interessen Deutschlands, wie auch der deutschen Minderheit gerichtet ist. Deutsch hat in Rumänien nur deswegen einen anderen Status, weil es den muttersprachlichen Unterricht gibt.

Was meinen die Bürokraten, wird sich die deutsche Wirtschaft hier zu Lande darüber freuen? Eine Lehrerstelle in Temeswar und Bukarest zu streichen, rettet wahrscheinlich andere in viel wichtigeren deutschen Schulen, zum Beispiel in Burkina Faso, Burma und Kuba! Viel eleganter und korrekter wäre es gewesen, uns darüber im Voraus zu informieren und nicht vor nackte Tatsachen zu stellen. Diese Art und Weise mit uns umzuspringen, war mir längst aus Bukarest bekannt und ich habe mich daran gewöhnt. Es scheint, dass ich mich an eine ähnliche Art aus Berlin und Köln in Zukunft "gewöhnen" muss.

Ovidiu Gant,
DFDR-Abgeordneter

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