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Montag, 14. Mär. 2011

Aufwändige Berechnung der Körperschaftssteuer: Finanzministerium splittet Steuerjahr 2010 in zwei Perioden

 
Rundschreiben zu steuerlichen Änderungen verschickte das Finanzministerium häufig in den vergangenen Monaten. Die jüngste Mitteilung (Nr. 415063) vom 13. Januar betrifft die Ermittlung der Körperschaftssteuer. Eine wichtige Änderung betrifft die Mindestkörperschaftssteuer, die bis Ende September 2010 von Unternehmen zu zahlen war. Die gute Nachricht ist, das die so genannte "Mindeststeuer" nur anderthalb Jahre nach ihrer Einführung wieder abgeschafft ist. Die schlechte Nachricht: Die Berechnung der Körperschaftssteuerlast wird deutlich aufwändiger.

Durch die Dringlichkeitsverordnung 87/2010 wurde festgelegt, dass alle Steuerzahler, die bis zum 30. September 2010 zur Zahlung der Mindestkörperschaftssteuer verpflichtet waren, die für das Geschäftsjahr geschuldete Körperschaftssteuer geteilt, auf zwei getrennte Perioden zu ermitteln haben.

Ermittlung der Körperschaftssteuer

Die oben genannte Verordnung enthält ebenso Sonderregelungen, nach denen ein Vergleich zwischen Körperschaftssteuer und der so genannten "Mindeststeuer" zu ziehen ist. Dafür werden zwei separate Rechnungen aufgestellt: Für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. September 2010 sowie für die letzten drei Monate des Jahres. Wichtig dabei: Die Regelung gilt laut dem aktuellen Rundschreiben ausschließlich für Unternehmen, die in mindestens einem der ersten drei Quartale 2010 zur Zahlung der Mindeststeuer verpflichtet waren. Steuerzahler, die im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2010 ständig Körperschaftssteuer geschuldet haben, sind nicht von der Aufsplittung des Steuerjahres 2010 betroffen; sie müssen die Körperschaftsteuererklärung für das ganze Jahr 2010 abgeben.

Die Körperschaftssteuer für die ersten drei Quartale 2010 ergibt sich aus dem Vergleich von tatsächlicher Steuerlast aufgrund der Aufwendungen und Erträge sowie der anteiligen Mindestkörperschaftssteuer für neun Monate. Für die Einreichung der Steuererklärung sowie die Steuerzahlung gilt eine Frist bis zum 25. Februar 2011.

Für das letzte Quartal 2010 wird die Körperschaftssteuer wie üblich in Abhängigkeit vom Unternehmenserfolg berechnet. Steuererklärungen können für diesen Zeitraum bis zum 25. April dieses Jahres eingereicht werden, derselbe Stichtag gilt für die Steuerzahlungen.


Folgen der zwei Steuerperioden

Die Anwendung des Rundschreibens hat direkte Folgen für die betroffenen Unternehmen. Sie verlieren durch das Verfahren eines der fünf beziehungsweise sieben Geschäftsjahre, in denen die Verlustdeckung möglich ist.

Eine weitere Auswirkung betrifft die Änderung der Bemessungsgrundlage bei der Ermittlung der Absetzbarkeitsgrenze von begrenzt limitierten Aufwendungen in den beiden getrennten Steuerperioden. Die Abzugsgrenze für solche Aufwendungen wird für jede der beiden Perioden kleiner bemessen als für ein vollständiges Steuerjahr.

Ferner bestehen gewisse Elemente, gleichgestellt den abzugsfähigen Aufwendungen bzw. den steuerpflichtigen Erträgen, die in der Buchhaltung am Ende des Geschäftsjahres erfasst werden. Diese werden erst im vierten Quartal 2010 abzugsfähig oder steuerbar. Zu solchen Bilanzposten gehören etwa Risikorückstellungen oder buchhalterische Differenzen bei der Neubewertung von Anlagevermögen.

Mehr rechnen müssen Buchhalter auch bei der Ermittlung der gesetzlichen Rücklage. Für diese können bis zu 5 Prozent des buchhalterischen Ertrages steuerlich abgezogen werden. Für das abgelaufene Jahr müssen zwei separate buchhalterische Ergebnisse ausgewiesen werden.

Der zur Ermittlung der Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen und der Wechselkursunterschiede erforderliche Verschuldungsgrad des Unternehmens wird nach den neuen Regelungen für jede der beiden Perioden separat ermittelt. Dafür wird ein Mittelwert gebildet, aus dem Verhältnis von Fremd- und Eigenkapital jeweils zu Beginn und Ende jeder Periode berechnet.

Zusätzlich zu den Änderungen am Steuergesetzbuch modifizierte das Finanzministerium auch die in der Anordnung Nr. 3055/2009 festgelegten Buchungsregeln. In diesem Zusammenhang sollten Buchhalter der Umsetzung der Änderungen besondere Aufmerksamkeit schenken, zumal einige dieser Änderungen Auswirkungen auf die Körperschaftssteuer haben.

Ein Beitrag von Amalia Băniceru, Chartered Accountant, Auditor

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